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Ratgeber · 7 Min Lesezeit · 20. Juli 2026

Welche Vitamine stecken in Radieschen? Der ehrliche Überblick

Kurz gesagt: Radieschen liefern vor allem Vitamin C, dazu Folat (Vitamin B9), etwas Vitamin K und B-Vitamine sowie das Mineral Kalium. Die Knolle ist ein solides, kalorienarmes Gemüse. Noch dichter gepackt sind oft die Radieschen-Microgreens, also die jungen Keimblätter, die du in gut einer Woche zu Hause erntest.

Radieschen sind mehr als der scharfe Farbtupfer auf dem Butterbrot. Sie gehören zu den Kreuzblütlern, verwandt mit Rucola, Senf und Kohl, und bringen für so wenig Kalorien eine ordentliche Portion Nährstoffe mit. Schauen wir uns an, was wirklich drinsteckt, und warum die kleinen Keimlinge daraus fast noch spannender sind.

Diese Vitamine stecken in Radieschen

Radieschen bestehen zu über 90 Prozent aus Wasser. Das macht sie leicht und knackig, sorgt aber auch dafür, dass die absoluten Nährstoffmengen pro 100 Gramm überschaubar bleiben. Trotzdem lohnt sich der Blick auf die Vitamine.

Vitamin C: der Hauptdarsteller

Das mengenmäßig wichtigste Vitamin im Radieschen ist Vitamin C. Rund 25 bis 30 Milligramm pro 100 Gramm sind je nach Quelle und Sorte realistisch. Das ist ein guter Beitrag zur Tagesversorgung, gerade weil Radieschen meist roh gegessen werden und Vitamin C hitzeempfindlich ist.

Vitamin C ist eine im EU-Register zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Ganz korrekt formuliert: Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei und Vitamin C trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Das gilt für Vitamin C generell, egal aus welcher Quelle, also auch aus Radieschen als Teil einer ausgewogenen Ernährung.

Folat (Vitamin B9)

Radieschen enthalten Folat, die natürliche Form von Vitamin B9. Für dieses Vitamin sind ebenfalls Angaben zugelassen, etwa dass Folat zur normalen Blutbildung beiträgt. Die Mengen im Radieschen sind moderat, sie reihen sich aber gut in eine gemüsereiche Kost ein.

Vitamin K und B-Vitamine

Dazu kommen kleinere Mengen Vitamin K sowie B-Vitamine wie B6. Sie machen Radieschen nicht zum Vitamin-Kraftpaket, runden das Profil aber ab. Wichtig: Erwarte keine Wunder von einer Handvoll Radieschen. Sie sind ein guter Baustein, kein Ersatz für abwechslungsreiches Essen.

Und die Mineralstoffe?

Streng genommen keine Vitamine, aber oft mitgemeint: Radieschen liefern Kalium. Hier gilt die zugelassene Angabe, dass Kalium zu einer normalen Muskelfunktion beiträgt. Außerdem stecken kleine Mengen Kalzium, Magnesium und Eisen drin. Und die typische Schärfe? Die kommt von Senfölglykosiden, den sogenannten Glucosinolaten, für die Kreuzblütler bekannt sind.

Warum Radieschen-Microgreens oft die Nase vorn haben

Hier wird es interessant. Die Knolle ist gut, die jungen Keimlinge sind häufig noch nährstoffdichter. Radieschen-Microgreens erntest du nach etwa sieben bis zwölf Tagen, wenn die ersten echten Blätter zeigen. In dieser Wachstumsphase steckt die Pflanze viel Energie in kompaktes Gewebe, und das schmeckt man auch: angenehm scharf, frisch, mit deutlicher Radieschennote.

Eine viel zitierte Untersuchung von Xiao und Kollegen (2012, veröffentlicht im Journal of Agricultural and Food Chemistry) hat für mehrere Microgreen-Sorten gezeigt, dass junge Keimblätter bei einigen Vitaminen wie Vitamin C, K und E höhere Gehalte aufweisen können als die ausgewachsene Pflanze. Wichtig ist die ehrliche Einordnung: Das ist sortenabhängig und keine pauschale Regel. Microgreens sind kein Superfood-Wundermittel, sondern ein frisches, nährstoffreiches Gemüse, das eine ausgewogene Ernährung ergänzt. Genau so sieht es auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Vielfalt schlägt Einzelhelden.

Wer mehr zum Unterschied wissen will, findet in unserem Ratgeber Microgreens, Kresse oder Sprossen die saubere Abgrenzung.

Roh, gekocht oder als Keimling: So bleiben die Vitamine erhalten

Vitamin C mag keine Hitze und kein langes Wässern. Ein paar praktische Punkte:

  • Iss Radieschen möglichst frisch und roh. Je kürzer die Lagerung, desto mehr Vitamin C bleibt.
  • Schneide sie erst kurz vor dem Servieren. Angeschnittene Flächen verlieren schneller.
  • Das Grün nicht wegwerfen. Radieschenblätter sind essbar und ebenfalls nährstoffreich, etwa im Pesto oder Salat.
  • Microgreens immer roh genießen, zum Beispiel über Suppe, Brot, Ei oder Bowl gestreut. Erhitzen ist bei den zarten Keimblättern weder nötig noch sinnvoll.

Ein Sicherheitshinweis, weil es oft verwechselt wird: Radieschen-Microgreens sind unbedenklich, weil du sie über dem Substrat abschneidest und am Licht wachsen lässt. Rohe Sprossen dagegen, also gekeimte Samen samt Wurzel ohne Licht, gelten wegen möglicher Keimbelastung als heikler, besonders in der Schwangerschaft. Mehr dazu in unserem Beitrag zu Microgreens in der Schwangerschaft.

Warum Licht über den Vitamingehalt mitentscheidet

Jetzt kommt der Teil, den die meisten Ratgeber überspringen. Ob dein Radieschen-Microgreen kräftig grün und geschmackvoll wird oder blass und labberig, hängt entscheidend am Licht.

Radieschen keimen zunächst im Dunkeln oder Halbdunkel. Sobald die Keimblätter sich öffnen, brauchen sie Licht, um Photosynthese zu betreiben und Farbstoffe wie Chlorophyll sowie sekundäre Pflanzenstoffe aufzubauen. Fehlt das Licht, passiert das, was Gärtner Vergeilen nennen: Die Keimlinge schießen lang und dünn in die Höhe, werden blass, kippen um und schmecken fade. Genau deshalb sehen im Supermarkt gekaufte Sprossen oft so weiß aus, sie sind komplett ohne Licht gewachsen.

Gerade im deutschen Winter reicht das Fensterlicht kaum. Ein Nordfenster im Januar liefert zu wenig, und die Keimlinge strecken sich Richtung Scheibe. Hier spielt eine Vollspektrum-LED ihre Stärke aus. Sie gibt gleichmäßiges Pflanzenlicht das ganze Jahr über, unabhängig von Wetter und Fensterlage.

Ein verbreiteter Irrtum: Viele fragen, wie viel Lumen eine Pflanzenlampe braucht. Lumen misst aber nur, was das menschliche Auge als hell empfindet, nicht das, was Pflanzen zum Wachsen nutzen. Dafür ist das photosynthetisch nutzbare Licht (PAR, gemessen als PPFD) entscheidend. Eine gute Lampe ist auf dieses Spektrum abgestimmt, nicht auf maximale Helligkeit fürs Auge. Warum das so ist, erklären wir ausführlich unter unseren Vorteilen.

Als Faustregeln für kompakte, kräftige Radieschen-Microgreens:

  • Nach dem Keimen etwa 12 bis 16 Stunden Licht pro Tag.
  • Lampe im vom Hersteller empfohlenen Abstand über der Schale halten, meist eine Handbreit bis etwas mehr.
  • Vollspektrum statt reiner Deko-Beleuchtung.

Unsere Lampe zieht dabei erstaunlich wenig Strom. Eine effiziente Vollspektrum-LED läuft mit rund 13 bis 14 Watt, eine komplette Sieben-Tage-Ernte kostet dich ungefähr 40 bis 50 Cent. Das ist ungefähr so viel wie ein halber Internet-Router im Dauerbetrieb. Wie das im Detail aussieht, siehst du auf der Produktseite.

Lohnen sich selbst gezogene Radieschen-Microgreens?

Eine Schale frische Microgreens im Bioladen ist erstaunlich teuer, und oft sind sie schon einen Tag nach dem Kauf schlapp. Zu Hause erntest du genau dann, wenn du sie brauchst, ohne Transportweg und ohne Plastikschale im Müll. Mit einem offenen System bist du außerdem nicht an teure Nachkauf-Kapseln gebunden, sondern kannst zwischen bequemen Bio-Saatpads und losem Saatgut wählen. Was das über ein Jahr gerechnet bedeutet, rechnen wir dir in unserem Kosten-Ratgeber ehrlich vor.

Wenn du selbst loslegen willst, findest du alles im Shop oder trägst dich auf die Warteliste ein.

Häufige Fragen

Welche Vitamine haben Radieschen am meisten?

Am stärksten vertreten ist Vitamin C mit rund 25 bis 30 Milligramm pro 100 Gramm. Dazu kommen Folat (Vitamin B9), etwas Vitamin K und B-Vitamine. Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei und schützt die Zellen vor oxidativem Stress.

Sind Radieschen gesund?

Radieschen sind kalorienarm, wasserreich und liefern Vitamin C, Folat und Kalium. Sie sind ein guter Teil einer ausgewogenen Ernährung, aber kein Wundermittel. Wie bei jedem Gemüse macht die Vielfalt auf dem Teller den Unterschied.

Haben Radieschen-Microgreens mehr Vitamine als die Knolle?

Bei einigen Vitaminen ja. Untersuchungen wie die von Xiao et al. (2012) zeigen, dass junge Keimblätter mehrerer Sorten teils höhere Gehalte an bestimmten Vitaminen haben können. Das ist sortenabhängig und keine pauschale Garantie, aber ein guter Grund, die Keimlinge frisch zu ernten.

Kann man das Radieschengrün essen?

Ja. Die Blätter der Knolle sind essbar und nährstoffreich. Verarbeite sie roh im Salat oder als Pesto, solange sie frisch und knackig sind.

Warum werden meine Radieschen-Microgreens so blass und lang?

Das ist Vergeilen, also ein Zeichen von Lichtmangel. Ohne genug Licht strecken sich die Keimlinge, bleiben hell und schmecken fad. Mit einer Vollspektrum-Lampe und etwa 12 bis 16 Stunden Licht pro Tag werden sie kompakt, grün und aromatisch.

Reicht die Fensterbank für Radieschen-Microgreens?

Im Sommer an einem hellen Südfenster oft ja. Im Winter oder an Nord- und Ostfenstern reicht das Tageslicht in Deutschland meist nicht aus. Eine Pflanzenlampe macht die Ernte ganzjährig gleichmäßig und unabhängig vom Wetter.

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